San Expedito, Superman unter den Heiligen, löst Probleme in Echtzeit 
Dienstag, September 14, 2010, 08:29 - Just So
Der Heilige "Speedy", Patron der dringlichen Angelegenheiten.


Er ist schneller als "Federal Express", die Notfall-Ambulanz oder der Fleurop-Blumenservice, wenn es darum geht, dringende Wünsche möglichst schnell zu erfüllen und Menschen aus misslichen Situationen zu befreien. Unter allen Heiligen in Chile ist San Expedito der Superstar. In Viña del Mar an der Pazifikküste wurde ihm eine eigene Kapelle gewidmet. Sogar aus Facebook wird er verehrt. Aktuell ist der Express-Patron vor allem in Zusammenhang mit dem Unfall der verschütteten Bergleute in der Atacama-Wüste im Norden des Landes konsultiert worden.

Dabei ist seine Herkunft mehr als fragwürdig. Eine Legende besagt, dass französischen Nonnen ein Reliquienschrein ausgehändigt wurde, auf dem "Expedite" als Transporthinweis für "schnelle Auslieferung" vermerkt war. Daraus verfestigte sich der Mythos um einen Heiligen gleichen Namens. Erstmals erwähnt wird San Expedito als Feldherr einer römischen Legion in Armenien 300 v. Chr. Nichts Genaues ist jedoch gesichert; im katholischen Heiligenlexikon ist San Expedito keine offzielle Größe, sondern er wird vom Vatikan nur als lokaler Held zur spirituellen Erbauung geduldet. Daher gibt es auch keinen Feiertag im jährlichen römisch-katholischen Kalender. Nichts würde seiner Mission jeodch gerechter als – wie es geschieht – ihn sogar monatlich, an jedem 19., anzurufen.

Extrem populär in Südamerika wurde der legendäre Patron in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts während des Finanz-Crashs in Brasilien. Seitdem erfreut sich San Expedito Superstar immer größerer Beliebtheit und ist sogar schon "Showstar" von Massenverantaltungen wie Riesen-Messen an Chiles Stränden während der Sommermonate geworden. Das Motto, sogar auf flatternden Banderolen an Fluzeugen am Himmel zu lesen: "Gott macht keinen Urlaub!"

Weitere Links:

Facebook: Orte, wo San Expedito angebetet wird
http://www.sanexpedito.cl
http://www.iglesia.cl/especiales/santuarios/21.html

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Chilenische Filmreihe im Berliner Babylon 
Montag, September 13, 2010, 20:24 - Just So
Bis zum 4. Oktober zeigt das Babylon-Kino in Berlin-Mitte eine Reihe chilenischer Filme, und zwar immer montags um 20 Uhr bzw. an den Wiederholungsterminen um 19 Uhr (Eintritt: Eintritt € 6,50). Infos unter:

http://www.cervantes.de/nueva/de/cultur ... 0#calendar

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Dreimal Kunst aus Chile in Berlin 
Donnerstag, September 9, 2010, 12:10 - Just So, Música, Travel Experience
Seine 200-jährige Unabhängigkeit feiert Chile, wie auch andere lateinamerikanische Länder, mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen. Hier eine kleine Auswahl:


Grafik
Noch bis zum 30. September zeigt das Ibero-Amerika-Institut eine Retrospektive des Mapuche-Künstlers Santos Chavez. Chavez war der erste Mapuche, der Kunst an einer Hochschule studierte und mit seinen Graphiken des poetischen Realismus internationale Aufmerksamkeit erlangte, s. "Link".

Fotografie
"Landschaften am Anfang der Welt" heißt eine Gemeinschaftsausstellung von acht Fotografen, die sich der Natur und den landschaftlichen Schönheiten Chiles genähert haben. Die Bilder sind in der Galerie Lempertz, Poststr. 22 (Nähe Rotes Rathaus) zu sehen (mo-fr: 10-17 Uhr, bis 30. September)

Malerei
Die Schau "Mi Nueva Patria – Meine neue Heimat" befasst sich mit dem Einwanderungsjubiläum: "160 Jahre deutsche Migration in Chile". Die Bilder stammen von Künstlern deutscher Herkunft und sind bis zum 8. Oktober in der Chilenischen Botschaft ausgestellt (Mohrenstr. 42, 10117 Berlin-Mitte).

Ibero-Amerika-Institut
Mapuche-Künstler Santos Chavez
Kunsthaus Lempertz
Kulturprogramm Chilenische Botschaft

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Buchtipp aus Kolumbien: Durchgeknallt! 
Mittwoch, August 11, 2010, 08:22 - Just So, Travel Experience




Sowohl das Buchcover als auch der Titel der deutschen Übersetzung leiten den potenziellen Leser dieses Romans auf die falsche Fährte. Der Originaltitel heißt im Spanischen "Delirio", bei dem Buch handelt es sich um eine Art Psycho-Thriller mit zeitgeschichtlichem Hintergrund.

Die Autorin Laura Restrepo hatte sich als Journalistin in der Vergangenheit selbst häufig mit den Themen Korruption und Mafia in Kolumbien auseinandergesetzt und musste bereits mehrfach ihr Land verlassen, weil sie um ihr Leben fürchtete.

In "Land der Geister" wird vordergründig die Geschichte eines Ehepaares erzählt: Und die weitet sich dann aus auf die "extended family", auf das weitere soziale Umfeld und letztlich das ganze Land. Psychische Ausnahmzustände sind in Restrepos Universum eindeutig ansteckend. Der Plot: Als Aguilar nach einer viertägigen Reise zurückkehrt, findet er seine Frau Agustina völlig verstört und verrückt vor. Aguilar versucht zu rekonstruieren, was in der Zwischenzeit passiert ist. Wieso Agustina plötzlich "durchgeknallt" ist, wo doch vier Tage zuvor noch scheinbar alles in Ordnung war – jedenfalls aus Aguilars Sicht, Die verwickelte und tragische Familiengeschichte ist ein Spiegelbild der Situation Kolumbiens.

Die Erzählperspektiven wechseln immer wieder. Dadurch entstehen vielschichte Persönlichkeitsporträts. Wie bei einem Puzzle muss man sich den Zusammenhang der Geschichte nach und nach erschließen. Und wird immer mehr in den Bann gezogen. Spannend, erleuchtend, lesenswert !



Sammlung Luchterhand
Taschenbuch, Klappenbroschur, 384 Seiten.
€ 9,00 [D]
ISBN: 978-3-630-62173-9

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Grassroot Leader aus Kolumbien 
Montag, August 9, 2010, 12:45 - Just So

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