Wein 1: Öko-Bewusstsein in Chile erst am Anfang 
Dienstag, Oktober 16, 2007, 22:09 - Cosas Queridas



Ursprünglich wollte Patricio Bianchi Ingenieur werden. Nach dem Tod des Vaters musste er beruflich in dessen Fußstapfen schlüpfen und arbeitete dann über 30 Jahre lang als Stock Broker an der Börse von Santiago. Heute reist Bianchi für das Weingut
Huelquen durch die Welt, um den Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Merlot und Syrah des Familienbetriebs italienischer Abstammung zu präsentieren. „Einen deutschen Importeur gibt es bislang nicht“, so der Chilene beim Interview in Berlin. „Huelquen“ bedeutet in der Sprache der Mapuche „kalter Wind“; und das beschreibt einen Teil des Mikroklimas im oberen Maípo-Tal nahe der Hauptstadt, wo die Trauben von Huelquen auf insgesamt 85 Hektar gedeihen. Organisch angebaute Trauben, wohlgemerkt. Huelquen gehört bislang zu den wenigen Weingütern, die sich dem Öko-Weinbau verschrieben haben. Da gebe es im Andenland höchstens eine Handvoll, meint Bianchi. „Das Bewusstsein für ökologische Produkte ist in Chile noch nicht ausgeprägt“, sagt er. „Angefangen hatte es mit dem Olivenöl.“

Die Konsumenten in Deutschland und die USA gehören beim Kauf chilenischer Öko-Produkte zu den Pionieren. Im kommenden Jahr will Huelquen erstmals mit einer organischen Syrah-Produktion punkten. Von diesem Bio-Wein wird es nur eine Mini-Auflage von 12-14.000 Flaschen geben. Im Jahre 2000 hatte sich das Weingut erstmals um die Öko-Zertifizierung beworben. Erst 2004 gab das Schweizer Institut für Markt-Ökologie grünes Licht. Für Laien: Das IMO http://www.imo.ch/ ist eines von vier Instituten, deren Zertifizierungsverfahren und „Öko-Label“ offiziell von der EU als Qualitätssiegel anerkannt sind. „Die haben alle drei Monate unseren Betrieb gecheckt“, so Bianchi. Derzeit werden einige Weine traditionell, andere ökologisch unter dem Label „Amicus“ produziert.

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Wein 2: Für bessere Qualität: "Back to the Roots"  
Dienstag, Oktober 16, 2007, 21:49 - Cosas Queridas



Geert-Jan van der Zanden klappt zwischen Chardonnay- Cabernet-, Syrah- und
Carmenère-Flaschen sein Notebook auf. Er zeigt Vulkanausbrüche und nach der Eiszeit (Alluvium) schmelzende Gletscher als Comic-Animation auf seinem Bildschirm. – Was das mit Weinbouquets zu tun hat? Eine ganze Menge, meint van der Zanden, der für das chilenische Weingut De Martino als Europa-Exportmanager aus Barcelona arbeitet. Sein Thema: "Terroir". Darunter versteht man all die Bedingungen und Faktoren, unter denen landwirtschaftliche Produkte, also auch Weine, gedeihen: z.B. die Geologie, Topographie, Bodenbeschaffenheit einer Gegend, das Mikroklima – also alles, was einen Rebstock in seinem Werdegang beeinflusst.

Chile hat in Deutschland durch große und günstige Importe einen Ruf für Discounter-Ware und „Easy-To-Drink“-Weine erworben. Viele Weingüter, besonders kleine und mittlere Betriebe, möchten sich indes mit feinen Weinen und individuellen Qualitäten profilieren. Als Teil dieses Bestrebens lassen die Terrroir-Prüfungen verstehen, die in den vergangenen Jahren in dem Andenland immer beliebter geworden sind.

„Auf riesigen Flächen wird im großen Stil eine einzige Rebsorte angebaut“, kritisiert der Exportmanager. Ein Beispiel ist das Maipo-Tal in Chiles Zentralzone, wo auf knapp 6.000 Hektar ausschließlich Cabernet Sauvignon, Chiles populärste Traubenart, wächst. „Das ganze muss man viel feinteiliger angehen“, meint van der Zanden. Seit nunmehr elf Jahren betreibt die Familie De Martino im ganzen Land Bodenuntersuchungen und lässt den Untergrund prüfen, auf dem die Wurzeln der Weinpflanzen gedeihen. „Es gibt weltweit nur fünf promovierte Geologen, die sich auf Weinbau, also die Qualität von Böden im Hinblick auf Rebstöcke, spezialisiert haben“, sagt der Weinexperte. Insgesamt habe man fünf verschiedene Qualitätspotenziale identifiziert. Und: Sehr hochwertige Böden lägen in Chile oft sehr nah an solchen minderer Qualität (für den Weinanbau). Ein Beispiel für die erfolgreiche Recherche ist das nördliche Anbaugebiet des Unternehmens in Limari, 400 Kilometer nördlich von Santiago. Auf besonders kalziumhaltiger Erde, nur 20 Kilometer vom Pazifik entfernt, so der Exportmanager, gedeihe besonders mineralhaltiger, leicht salzhaltiger und frischer Wein – zum Beispiel der "Chardonnay Single Vineyard", der nur in Kleinstauflagen (bis zu 400 Kisten pro Jahr) hergestellt wird. Probeschlückchen gefällig? In Deutschland ist dieser Wein leider gar nicht zu bekommen. Andere Weine von de Martino kann man bei www.jacques.de kaufen.

Mit 300 Quadratmetern Anbaufläche zählt die italienische Auswandererfamilie De Martino von der "Isla Maipo", die seit 1934 inzwischen in vierter Generation in Chile Wein anbaut, noch zu den mittelständischen Unternehmen. Nach umfänglichen Bodenuntersuchungen von 350 Wein-Anbauflächen baut der Produzent nach eigenen Angaben auf 100 verschiedenen Terroirs an und kooperiert mit insgesamt 42 Weinbauern.


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Cuentos Uruguaschos: "Der glatzköpfige Papagei"  
Samstag, Oktober 13, 2007, 11:00 - Just So
Die "Geschichten aus dem Urwald" (Cuentos de la selva) von Horacio Quiroga, der mit Edgar Allen Poe verglichen wurde, handeln von Identität und Verteidigung derselben. Short Stories voll Leben und Farben !!!

Favorit ist "Der glatzköpfige Papagei", der sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und sogar den Kampf mit einem Tiger aufnimmt....Nicht schlecht!

Auch bemerkenswert: "Las medias de los flamencos" (Die Strümpfe der Flamingos). Um andere zu beeindrucken und den selbstbewussten Schlangen die Show auf der Urwaldparty zu stehlen, schmücken sich die Flamingos mit "fremden Federn", ziehen Strümpfe aus Schlangenleder über ihre staksigen Beine, um interessanter zu erscheinen und um geliebt zu werden. Das erweist sich als lebensgefährlich...

Starke Geschichten!

Horacia Quiroga. "Cuentos de la selva y otros relatos." Biblioteca Juvenil" Alianza Editorial, Madrid 2000. ISBN 84-206-3691-6

Horacia Quiroga. "Cuentos de amor, de locura y de muerte". Clasicos Universales. Fontana. Barcelona, 1995. ISBN: 84-7672-669-4
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Ungeborenes Kind bei Ebay zur Vesteigerung angeboten 
Freitag, Oktober 12, 2007, 19:53 - Just So
http://www.diepresse.com/home/techscien ... e/index.do
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Verlorener Gletschersee wieder aufgetaucht 
Donnerstag, Juli 5, 2007, 19:34 - Just So
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 09,00.html
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