Still Rocking: Los Jaivas – 30 Jahre später 
Freitag, Oktober 14, 2011, 13:09 - Música

Ein Bild aus früheren Tagen – anno 1976. Zu der Zeit lebte die chilenische Gruppe wegen des chilenischen Putsches in Argentinien, später, bis 1981, in Frankreich.


In alter Frische: Am Sonntag, 16. Oktober, ist die chilenische Musikgruppe (gegründet 1963!) während ihrer Europatournee in Berlin zu Gast (19 Uhr, Haus der Kulturen der Welt). Genau 30 Jahre ist es her, dass die unverwüstliche Anden-Rock-Combo ihr legendäres Album "Alturas de Macchu Piccu" (Auf den Höhen von Macchu Piccu) vor der Kulisse der imposanten Inka-Ruinenstadt in Peru einspielte.

Die (jahrhundertelang verschwundene) Ruinenstadt war erst im Jahre 1911 von einem US-amerikanischen Archäologen wiederentdeckt worden. Mitte der 40er Jahre des 20. Jahrunderts schließlich besuchte der chilenische Schriftsteller und Nobelpreisträger Pablo Neruda diese imposante Inkastadt (Cuzco). In seinen mythischen Versen und Gesängen verarbeitete er seine Eindrücke, die wiederum in oben genanntem Album von Los Jaivas musikalisch einflossen.

Die Veranstaltung am Sonntag wird begleitet von einem weiteren, noch lebenden Nobelpreisträger, Maria Vargas Llosa, der an dem Festakt teilnehmen wird.

Los Jaivas: http://www.losjaivas.net/
Haus der Kulturen der Welt: http://www.hkw.de/de/index.php
Macchu Piccu: http://www.slideshare.net/04021994/macchu-piccu-3044263


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Chile für Cinéasten in Berlin 
Donnerstag, September 1, 2011, 08:06 - , Kultur & Lektüre

Neues chilenisches Kino: Ab kommendem Montag, 5. September, zeigt das Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz wöchentlich jüngere Produktionen aus dem Andenland. Auftakt bildet "Post Mortem" von Regisseur Pablo Larrain. Der preisgekrönte Film befasst sich mit der Militärdiktatur. Schauplatz ist das Leichenschauhaus des Militärkrankenhauses von Santiago, wo nach dem Tag des Putsches Dutzende von Leichen untergebracht werden müssen. Statt sich für die Herkunft der Leichen zu interessieren, verliebt sich der Protagonist in seine Kollegin – und wird auf diese Weise in die Politik des Landes involviert. Auch im Programm: "El Mocito" ist die Geschichte über Pinochets Dienstjungen, der sich als Erwachsener seiner Biografie stellt. – Aber auch eine romantische Komödie, abseits von Vergangenheitsbewältigung, wird gezeigt. Die Filmreihe, die in Zusammenarbeit mit der Chilenischen Botschaft und dem Instituto Cervantes entstand, läuft bis zum 28. September.

Hier das vollständige Programm für die Filmreihe.
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Sulle Rive del Tango: "Schwerelos" 
Sonntag, Juni 12, 2011, 22:43 - , Kultur & Lektüre
Boris Kovac Orchestra: "Begin" – Dies ist eines der Tangostücke auf der sehr schönen Mix-CD
"Sin Gravedad" von Sulle Rive del Tango Auch dabei: Element of Crime mit "Carla"
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Merquén: Das Gewürz der Mapuche 
Montag, Juni 6, 2011, 14:40 - Culinaria & Wine

Foto: Publitz/Chile



Ein rotes, scharf und leicht rauchig duftendes Pulver – das ist Merquén, das Wundergewürz der Mapuche-Indianer im südlicheren Chile (z.B. Temuco). Schon eine kleine Messerspitze verfeinert selbstgemachte Pasta-Saucen, Salate, Gemüse, Fisch und Fleisch und verleiht den Speisen eine ungewöhnliche, besondere, eigenwillig leckere Geschmacksnote. Da meine Vorräte dieser quasi süchtig machenden Substanz sich aufgebraucht hatte, kam ein kleines Präsent von Freunden aus Chile gerade recht ...

Dabei besteht Merquén schlicht aus Chili-Schoten der Sorte "Cacho de Cabra", zu deutsch Ziegenhorn. Diesen Namen tragen die Früchte nur ihrer Form wegen. Diese Chili-Cachos werden zunächst geräuchert, dann im Möser zermahlen und mit Koriandersamen und ein wenig Salz vermischt.

Auch zum Grillen eignet sich Merquén vorzüglich – wie schon der geschwungene Schriftzug auf dem aus Santiago mitgebrachten Gläschen mit dem Namen "Merquén Parrillero" verrät. (Parrilla sind die südamerikanischen Riesengrills-/Grillfeste) – In Deutschland ist das scharfe Pulver in Online-Geschäften sowie in diversen Bioläden erhältlich.

Ein Pisco Sour vorweg darf natürlich nicht fehlen! http://www.chilecita.net/index.php?entr ... 225-121449

Guten Appetit! Que aprovechen!


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Buchtipp: "Die Filmerzählerin" 
Montag, Mai 16, 2011, 12:03 - Kultur & Lektüre


Ein Mann der Wüste: Autor Hernán Rivera Letelier begann aus purer Geldnot
mit 21 Jahren zu schreiben. Heute ist er in Chile und Südamerika Bestsellerautor.
Foto: Arcos Alfaguara 2009. Suhrkamp/Insel.



"... Es war schön, wenn nach dem Film mein Vater und meine Brüder zu Hause auf mich warteten, in einer Reihe wie im Kino, frisch umgezogen und gekämmt. Mein Vater saß mit einer bolivianischen Decke über den Knien in unserem einzigen Sessel, und der war das Kinoparkett. Auf dem Boden neben dem Sessel glitzerten seine Flasche Rotwein und das einzige Glas, das noch im Haus war. Der erste Rang war die grob gezimmerte Holzbank, auf der meine Brüder Platz nahmen. Als dann später einige ihrer Freunde im Fenster lehnten, wurde das die Loge...."

"Die Filmerzählerin" ist eine sehr anmutig erzählte Geschichte, die in einer Minensiedlung der 50er Jahre in der chilenischen Atacama-Wüste spielt, wo es keinerlei aufregende Ablenkung im kargen Leben der Salpeter-Mineros gibt. Leinwandhelden wie Marilyn Monroe, John Wayne und Charlton Heston kommen da gerade recht ... Da der Vater das meiste Geld in Alkohol investiert, kann sich die Familie, der die Mutter auf tragische Weise abhanden gekommen ist, nur eine Eintrittskarte je Kinovorstellung leisten. Unter den Kindern entsteht ein Wettbewerb: "Wer erzählt am besten Filme? Wer bekommt die Lizenz?" – Maria Margarita, einzige Tochter, qualifiziert sich für den Titel ...

Die schmale Büchlein eignet sich für eine Zugfahrt oder einen Abend. Die bildreiche, einprägsame Sprache, das Illusionstheater im Wohnzimmer, die Fabulierkunst, stehen im scharfen Gegensatz zum traurigen Alltag der stark lädierten Familie. Die Kopfkino-Idee ist fein und konsequent ausgearbeitet eine Mischung aus Charme und bitterer Eindringlichkeit. Ich kann die Filmerzählerin sehr empfehlen!

Hernàn Rivera Letelier. Die Filmerzählerin. Suhrkamp/Insel. € 14,90[/url]
Video: http://vimeo.com/6965713


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