Unverbesserlich 
Montag, November 9, 2009, 18:57 - Travel Experience
Margot Honecker, Witwe des Ex-DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker, die in Chile lebt, hat auch 20 Jahre nach dem Ende der DDR immer noch nichts dazugelernt:

http://www.youtube.com/watch?v=K6joXVjrHwQ


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Nationalstadion in Santiago wird saniert. Zu Putschzeiten diente der Sportkomplex einst als Konzentrationslager 
Montag, August 3, 2009, 08:56 - Just So, Travel Experience
Das "Estadio Nacional" in Santiago wird, so kündigete Chiles Staatspräsidentin Michelle Bachelet kürzlich an, für 40 Mio. Dollar vollständig renoviert. Der 65-Hektar-Sportkomplex besteht aus diversen Stadien, u.a. für Fußball, Tennis und Radrennbahn. Das Stadion war 1937-38 nach dem Modell des Berliner Olympastadions entstanden.

In vergangenen Jahrzehnten hatte das Stadion eine sehr unrühmliche Stelle in der Zeitgeschichte Chiles besetzt, an die man sich beim Begriff "Estadio Nacional" erinnert: Während der Zeit der Pinochet-Diktatur (1973-1990) wurde es als Konzentrationslager eingesetzt; Nach dem Putsch wurden massenhaft Mitglieder und Sympathisanten der gestürzten Regierung, Linksparteien und Gewerkschaften verhaftet und gefoltert. Ebenso wie Schulen, Konferenzhallen und Stadien wurde das "Estadio" als Konzentrationslager umgerüstet. Zu den prominentesten Folteropfern gehört Folksänger
Victor Jara.

Das neue Stadion soll Symbol für ein wirtschaftlich aufstrebendes Land werden.



Foto: Wikipedia

Videoclip Victor Jara

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"El País" auf Englisch 
Dienstag, Oktober 28, 2008, 08:24 - Travel Experience
Für alle, die gern über die Entwicklungen in der spanischsprachigen Welt auf dem Laufenden bleiben möchten, aber nicht genügend Spanisch sprechen/lesen, könnte der unten stehende Link interessant sein. Täglich bietet die spanische Zeitung "El País" in Kooperation mit der amerikanischen "Herald Tribune" eine Mini-Ausgabe in Englisch an, die sich gratis per PDF abrufen lässt:

http://www.elpais.com/misc/herald/herald.pdf

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Verschwunden in Kamtschatka 
Samstag, März 22, 2008, 16:12 - Just So, Travel Experience

Foto: Instituto Cervantes


Marcelo Figueras, Jahrgang 1962, ist Kulturjournalist aus Buenos Aires. Mit Kamtschakta schrieb er zunächst ein Drehbuch, dann den Roman (unten) über die Geschichte einer Familie, die 1976, bei Ausbruch der argentinischen Diktatur, schnell untertauchen muss. Es ist die Geschichte seiner eigenen Familie, ein Teil seiner Biographie. Aus Perspektive eines Zehnjährigen schildert Figueras die vermeintliche "Abenteuerreise" in ein Landhaus fernab von Buenos Aires, wo die Familie sich versteckt, neue Identitäten erfindet. Denn sein Vater, ein regimekritischer Anwalt (die Mutter ist Wissenschaftlerin an der Uni), ist im Visier der Fahnder.


Foto: Verlag Nagel & Kimsche

Kamtschtka ist in der Geschichte ein imaginärer Ort, an den man sich zurückziehen kann, um seine Seele zu schützen. In Argentinien ist Kamtschatka außerdem eine Art Risikospiel, bei dem Klein-Marcelo mit seinem Vater wetteifert:.Man kann Länder erobern – oder verlieren. Das Buch ist sehr spannend, beklemmend, traurig, einfühlsam. – Absolut lesenswert. Im Sommer kommt es als Taschenbuch auf den deutschen Markt.
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Chiles Historie als handliches Paperback 
Donnerstag, November 8, 2007, 14:38 - Just So, Travel Experience



Von der Urbevölkerung bis zur Unidad Popular. Von der spanischen Kolonisationszeit bis zur politischen Konsoldisierung der 90er Jahre des 20. Jahrhundert: Stefan Rinkes "Kleine Geschichte Chiles" zeichnet die Historie den Andenlandes chronologisch auf 200 Seiten nach – einschließlich der Amtszeit von Chiles aktueller Präsidentin Michelle Bachelet (s. Abbildung). Das Taschenbuch erscheint wenige Jahre vor dem "Bicentenario 2010", also 200 Jahre nach der Unabhängigkeit und versteht sich als Überblick.

Politisch ist Chile vielen Europäern zuerst wegen seiner Militätdiktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990) ein Begriff. Mit seinem Putsch gegen den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende hatte sich der General – unter anderem mit Unterstützung der CIA – inthronisiert und damit das dunkelste Kapitel der chilenischen Geschichte eingeleitet.

Stefan Rinke lehrt lateinamerikanische Geschichte an der Freien Universität Berlin. In seiner "kleinen Geschichte" beleuchtet er zum Beispiel die gesellschaftlichen Veränderungen zwischen 1930 bis 1970, zeigt die wichtigsten Themenstränge, die mehr oder weniger gescheiterten Soziareformen. Also alles, was sehr langfristig zu einer immer größeren Polarisierung der chilenischen Bevölkerung führte und sich 1970 schließlich im Putsch entlud.

Stichworte dieser 30er bis 70er Jahre sind: Strukturwandel und Industrialisierung, das Entstehen der Mittelschicht, die Landfucht armer Menschen, die Hunger und städtische Slums mit sich brachte. Schon seit 1910 löste der nordamerikanische Way of Life die bis dato existierenden Vorbilder aus Preußen ab, auch in punkto Militär und Wirtschaft. Rinke beschreibt, was Historiker aus heutiger Sicht als "Staat der Kompromisse" beschreiben. Sozialreformen und politische Maßnahmen wurden in Chile während dieser Zeit (1930 bis 1970) immer nur halbherzig und inkonsequent umgesetzt. Das habe langfristig dazu beigetragen, die Spaltung der chilenischen Gesellschaft peu à peu voranzutreiben.

Ein Beispiel dafür sind die Agrarreformen. Schon 1962 hatte die Regierung brach liegendes Land aufgekauft – zwecks Umverteilung. Nachdem der erste Schritt jedoch kaum nennenswerte Erfolge in der Armutsbekämpfung mit sich brachte, gab es 1967 eine regelrechte Enteignung von Großgrundbesitzern. Hierfür war sogar eine Verfassungsänderung nötig. Diese Enteingung heizte das bereits angespannte politische Klima weiter an. Schließlich, unter Salvador Allende, enteignete die Unidad Popular bis 1973 rund 6,4 Millionen Hektar Boden. "Die überkommenen Besitzstrukturen auf dem Land gehörten damit der Vergangenheit an", schreibt Rinke. "Umstritten blieb, wie man mit dem enteigneten Land verfahren sollte. Die radikalen Unidad-Popular-Anhänger forderten die Einrichtung von Staatsbetrieben nach dem Vorbild von Sowchosen...." Die Spaltung der chilenische Gesellschaft war damit komplett....

Das Taschenbuch aus der beck'schen Reihe ist spannend zu lesen, unprätenziös und bietet einen guten landeskundlichen Überblick über die Entwicklungsstränge in Kultur, Gesellschaft, Politik. Sehr geeignet als Einführung, um die chilenische Gesellschaft besser zu verstehen. Eine recht umangreiche Bibliographie hilft allen, die tiefer ins Thema einsteigen möchten.

Stefan Rinke. Kleine Geschichte Chiles. beck'sche Reihe 1776. München, 2007. ISBN 9-783406548048. € 12,95

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